Drucken in Netzwerken mit CUPS, Foomatic und Samba
von TillKamppeter
Vorbemerkung
Diese Tutorial findet während des
ArbeitsTreffen0603 im
SkoleLinux TestZentrum statt und wird mehr oder weniger das Gleiche sein, wie das auf dem
GUUG Frühjahrsfachgespräch.
Tag und Dauer
Das Tutorial dauert etwas mehr als einen halben Tag (ca. 5 Stunden), fängt am Samstag Nachmittag gleich nach dem Foto-Tutorial an und wird am Sonntag fortgesetzt.
Ausstattung des Tutorial-Raumes
Im Tutorial-Raum stehen zur Verfügung (wir hoffen dass das so klappen wird):
- Rechner für die Teilnehmer (wir versuchen mindestens einen für 2 Leute ranzuschaffen)
- 3 Rechner als Demo-Server
- 2 Drucker (einer sollte Ethernet-Anschluss und einen Hardware-Seitenzáhler haben)
- 2 USB-Kartenleser, Digitalkameras (für Testdrucke können auch die Resultate des Foto-Tutorials herhalten)
- LAN- und/oder WLAN-Vernetzung für alle vorhandenen und mitgebrachten Rechner
- Internetzugang
- Beamer
Bitte mitbringen:
- Euren Laptop (wenn Ihr es gleich auf dem eigenen Rechner ausprobieren möchtet)
Inhalt
Englisches Original meines Tutorials 1. Auflage meines Tutorials auf dem GUUG FFG Drucken ist oft ein besonderer Problemfall in Netzwerkumgebungen. Häufig hat man einen wahren Dschungel vor sich: Verschiedene Druckersprachen und -protokolle, diverse Netzwerkprotokolle, Koexistenz zentraler Druckserver und Peer-to-Peer-Drucken, oft nicht ohne Konflikte. Den Administratoren geht viel Zeit beim Lösen von Druckproblemen der Benutzer verloren, und die verursachten Gesamtkosten sind oft unbekannt.
Es besteht eine Tendenz, Druckserver (und auch andere Server) auf Linux umzustellen, selbst wenn auf den Clients noch hauptsächlich Microsoft-Betriebssysteme zum Einsatz kommen. Die Server basieren dann in der Regel auf dem CUPS-Drucksystem, welches eng mit Samba zusammenarbeitet und damit auch Windows-basierte Clients erreicht.
CUPS bietet einige Features, die es bei anderen Drucksystemen nicht gibt. Insbesondere enthält es netwerktransparente
PostScript-RIP-Funktionalität auf Software-Basis. Damit können von den Clients alle Drucker als
PostScript-Drucker betrachtet werden (auch einfache Nicht-
PostScript-Tintendrucker). Basierend auf dem IETF-Standard für das Drucken in Netzwerken, IPP (Internet Printing Protocol), ist CUPS dazu entwickelt worden, LPD zu ersetzen.
CUPS erlaubt Zugriff auf die volle Funktionalität der Drucker (Auflösung, doppelseitig drucken, heften, falten, ...) von allen Client-Rechnern und zwar durch Verwendung und Erweiterung des Quasi-Standards der PPD-Dateien (
PostScript Printer Description).
Es wird inzwischen als Standarddrucksystem von allen gängigen Linux-Distributionen und von Mac OS X verwendet. Es kann auch leicht in kommerziellen Unix-Systemen verwendet werden, und Client-Software für Windows ist in Entwicklung.
CUPS-Clients profitieren vom automatischen Setup. Sie finden im Netzwerk verfügbare Drucker automatisch und dadurch ist keinerlei Eingriff durch Benutzer oder Administrator erforderlich, wenn auf Servern etwas geändert wird, wie etwa Hinzufügen oder Entfernen von Druckern. Windows-Clients machen von der automatischen Treiberinstallation via "Point and Print" von Samba Gebrauch.
Dieses Tutorial soll zeigen, wie Druckserver mit CUPS, Foomatic und Samba aufgesetzt werden:
- Wie die Druck-Infrastruktur mit CUPS auf dem Linux-Server eingerichtet wird
- Host-basiertes PostScript für Nicht-PostScript-Drucker: GhostScript und Foomatic
- Welchen Drucker kaufen? Tinte? Laser? Welche Marken und Modelle funktionieren am besten?
- Wie Samba konfiguriert wird, so dass es die CUPS-Drucker für Windows-Rechner verfügbar macht, insbesondere mit "Point and Print" und dem CUPS-Server als PostScript-RIP.
- Erstellen von eigenen CUPS-Filtern für neue Dateiformate oder Wasserzeichen, etc.
- Sicherheit auf dem CUPS-Server: Zugriff für bestimmte Clients, Authentifizierung.
- Hochverfügbarkeit durch redundante CUPS-Server und Drucker.
- Ausblick: Was ist neu bei CUPS 1.2?
Und all das wird nicht nur einfach vorgetragen, sondern jeder kann es gleich ausprobieren, auf von uns zur Verfügung gestellten Rechnern oder auch auf dem eigenen Laptop.
Autor
TillKamppeter war während seiner Doktorarbeit in Theoretischer Physik in Bayreuth als Systemadministrator für Unix und Linux tätig. Dadurch ist er zur freien Software gekommen. Nach diversen Beiträgen zu X-CD-Roast kam XPP als sein erstes eigenes Projekt.
X Printing Panel (XPP) hat ihn dann im August 2000 zu Mandrakesoft (heute Mandriva) in Paris geführt. Dort ist er für Drucken und Digital Imaging in Mandriva Linux zuständig.
Er leitet das linuxprinting.org-Projekt mit der Drucker-Kompatibilitätsdatenbank und der Foomatic-Software. Er hat das System deutlich verbessert, und zur Zeit ist es der Standard zur Druckertreiberintegration in allen wichtigen Linux-Distributionen. Er ist auch in der
OpenPrinting-Arbeitsgruppe von freestandards.org tätig. Er tritt regelmäßig auf Veranstaltungen mit Vorträgen, Tutorials und Ständen zum Thema Drucken und Digitale Fotografie mit freier Software auf und hat auch viele Artikel zum Thema geschrieben. Zur Zeit ist er zusammen mit dem OSDL mit der Organisation des
Printing Summits 2006 im April beschäftigt.
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