FreeCultureWorkshop / Cinelerra /Kino

  1. Der Hintergrund Dieser Workshop entwickelte sich in der Reihenfolge "Erst der Name - dann das Kind." David brachte den Titel ein - es gab noch kein Konzept, die Vorstellung vom Inhalt war

    "Ein Video oder eine Fotostory vom Workshop, erstellt und bearbeitet mit freier Software … sowas ungefähr, oder so …" Ein erstes Brainstorming ergab bei Petra, dass auf jeden Fall der Bildungsaspekt Beachtung finden soll. Aus eigener Erfahrung kann sie sagen, dass es zunehmend schwerer wird, Bildung (erste wie auch weiterführende) zu finanzieren. Gerade vor dem Hintergrund der eingeführten Studiengebühren findet sie es wichtig, das Schulbildung und Studium mit freier, kostenloser Software möglich sind.

Und da Bildung und Kultur unzweifelhaft eng miteinander verbunden sind, entwickelte sich der Workshop wie folgt.

  1. Die Idee

    1. Zuerst wird überlegt, zu welchen Anlässen Bild und Videomaterial im Bildungsbereich erstellt werden könnte:
      1. Vielleicht eine Pflanzendokumentation für den Biounterricht zum Thema Giftpilze unserer Heimat?

      2. Oder Videoaufnahmen in einem Soziologieunterricht - Unterrichtsthema Gruppendynamik - die hinterher analysiert werden sollen.

      3. Eventuell eine Doku der letzten Klassenfahrt?
    2. Dann fragt man sich, welche Werkzeuge hier zum Einsatz kommen könnten.
      1. Ein einfachstes Malprogramm vielleicht - man könnte eine comicähnliche Bilddoku erstellen wollen.
      2. Ein umfangreicheres Bildbearbeitungsprogramm?
      3. Ein Werkzeug zum Videoschnitt wäre schick (vgl. FreieFilme).

      4. Ja - natürlich ein Werkzeug zur Annotation der Videos wird gebraucht (KSubTitle?).
      5. Vielleicht muss man Bilder/Videos auch in andere Dateiformate konvertieren?
      6. Ach ja - und müssen die Werkzeuge unbedingt kostenfrei sein oder darf für das freie Programm auch Geld ausgegeben werden?
    3. So, und nun macht man sich auf die Suche nach entsprechender Software. Mal schauen … was ist denn da so gerade im Gespräch?

      1. Tuxpaint
      2. CinePaint

      3. AviDemux

      4. Cinelerra
      5. ELAN frei oder nicht frei? Kann da bitte mal jemand drauf schauen? Es heißt, die sources stehen unter der GPL, aber auf der description lautet es "and the sources are available for non-commercial use" ...

      6. Kino
      7. ffmpeg
      8. ANVIL

      9. Inkscape
  2. Die Umsetzung

    • Da wir wirklich nur mit OpenSource Software arbeiten wollten, kamen zum Einsatz:

    • Kino
    • ffmpeg
    • Cinelerra
    • Inkscape

      Video-Crashkurs Damit wir eine ungefähre Ahnung haben, welches die wichtigsten Schritte sind, erklärt Christoph zunächst im Schnelldurchlauf:


  1. Aufnehmen (mit einer Kamera als Film oder Bilder).
  2. Übertragen (von der Kamera auf den Rechner) vorbereiten.
  3. Mit einem Programm die Daten auf den Rechner überspielen.
  4. Bei Bedarf die Daten in ein bestimmtes Format umwandeln.


  1. Aufnehmen

    1. Es sollte zunächst sichergestellt werden, dass die Hardware (Kamera) mit Linuxsystemen kompatibel ist. Linux-Hardware gibt hier wertvolle Infomationen.

    2. Bei Videokameras wenn möglich immer mit Stativ arbeiten (Das gilt für Linux wie auch alle anderen Betriebssysteme :-)).

    3. Hinweis: Werden Aufnahmen von einem laufenden Computermonitor gemachte, sollte ein LCD-Monitor abgefilmt werden.
      • (Da die Bild-Frequenz des Monitors nicht mit der Aufnahmefrequenz der Kamera übereinstimmt.)
    4. Videobänder haben MiniDV Format. MiniDVD ist nicht so gut geeignet, wenn der Film noch bearbeitet werden soll. Denn auf der
      • DVD wird bereits gepacktes Videomaterial (mpeg) gespeichert, das a) Qualitätsverlust nach sich zieht oder - wenn man denn den Film direkt als mpeg schneidet - kein framegenaues schneiden zulässt.
  2. Übertragung von der Kamera auf den Rechner vorbereiten

    1. Möglichst immer Firewire nehmen (Standard der Datenübertragung: ieee1394). USB ist störanfällig und bedeutet Qualitaetsverluste. Jedes Device hat einen eigenen Controller (hier bitte eine genauerere Erklärung von jemandem der es weiß ;-) )

    2. Genug Zeit einplanen - Dauer der Übertragung ist 1:1, d.h. eine Stunde aufnehmen heißt eine Stunde übertragen!
    3. Troubleshooting

      • Fehlermeldung bei dem Versuch, mit Kino auf die Dateien in der Kamera zuzugreifen:

             Warnung: raw1394 Kernel-Modul nicht oder Fehler beim lesen/schreiben von /dev/raw1394.
  1. Übertragung durchführen

    • Die Übertragung der Dateien von der Kamera auf den Rechner wurde von uns durch Aufnahme mit der Software Kino durchgeführt.

    • Kino einstellen

      • Die Grundeinstellung von Kino sieht eine Aufnahme im DV-Format vor. Nach Christophs Erfahrung haben einige Programme Probleme mit diesem Format, so dass wir uns zunächst für das avi-Format als Ausgangsformat entschieden haben. Die wichtigsten Einstellung (siehe nachfolgende Grafik) sind 'DV AVI Norm 2' und 'Automatisches Aufteilen der Dateien'.

kino_einstell.gif

  1. Schneiden

    • Troubleshooting vor Arbeitsanfang

      1. Cinelerra und ffmpeg kollidieren möglicherweise miteinander - zur Arbeit mit Cinelerra muss ggf. ffmpeg deinstalliert werden.

      2. An unseren Rechnern wurde für Cinelerra zu wenig Shared RAM bereitgestellt. Wir bekamen beim Start von Cinelerra folgende Fehlermeldung:

Zusätzliche Hinweise, da sich bei der CVS Version von Cinelerra einigs getan hat:
  * Um Cinelerra in der neuesten Version zu installieren (nach meinen Beobachtungen läuft es nun stabiler und ich hatte keine Probleme mit Abhängigkeiten!) ein neues Repository eintragen. Für Kubuntu 7.10: 

  * deb http://repository.akirad.net akirad-gutsy main

  * natürlich muss auch debian-multimedia.org aktiv sein

Wer Cinelerra auf Deutsch haben möchte gibt auf der Komandozeile als root "locale-gen de_DE" ein
Wenn Cinelerra von o.g. Quelle installiert wurde, muss nachfolgender befehl (Speichermaximierung) nicht mehr eingegeben werden.

cinelerra-shmerr.png

void MWindow::init_shm(): WARNING: /proc/sys/kernel/shmmax is 0x2000000, which is too low.
 Before running Cinelerra do the following as root:
 echo "0x7fffffff" > /proc/sys/kernel/shmmax

Also -- wie beschrieben -- als root die Kommandozeile mit echo [...] eingeben und nochmal versuchen. Natürlich möchte man das nicht jedesmal wieder eingeben. Daher 'vergraben' wir diesen Befehl an passender Stelle beim Systemstart: /etc/rc.local  VOR /!\  exit 0  mit einem Editor um den o.a. Befehl wie folgt ergänzen...

# [einige Kommentarzeilen]
#
# By default this script does nothing.

# Shared Memory Maximum hochsetzen fuer Cinelerra, QEMU u.a.
echo "0x7fffffff" > /proc/sys/kernel/shmmax

exit 0
  1. Die ersten Arbeitsschritte (Beziehen sich auf die mit Debian installierte englische Version)

    1. Cinelerra einstellen

  Unbedingt unter Settings/Format das Europäische Pal Format einstellen. 
  Nun die Dateien, die zu einem Film geschnitten werden sollen, mit File/Load files.. laden. 
  Im Dialogfenster unten als "Insert Strategy" Create new resources only auswählen. 
  Nach dem Klick auf ok läd Cinelerra die Dateien ins Resourcen  Fenster. 
  Nun kann der jeweilige Filmschnipsel per drag and drop in die Timline gezogen werden. 
  Das Ergebnis der Timline  kann man übrigens nur im Compositor-Fenster sehen, nicht im Viewer.
  Dieser ist dafür da, längere Sequenzen vorzusortieren. 
  Eine vollständige und sehr gute Anleitung findet man in http://www.heroinewarrior.com/cinelerra/cinelerra.html
  1. Rendern (Das Erstellen des Endproduktes aus bearbeitetem Material).

  Zum Rendern empfiehlt es sich, um Fehler auszuschließen, den Film zunächst komplett zu markieren (STRG a). 
  Dann auf File/Render zu klicken und dort das gewünschte Format einzustellen. 
  Beispiel für MPEG4: 
  File Format - Quicktime for Linux - 
  Audio: - Twos  complements - (Bitte den Schraubenschlüssel anklicken) 
  Video: Microsoft Mpeg4 (damit auch Menschen mit dem anderen Betriebssystem gucken können)

  Für DVDs siehe http://www.heroinewarrior.com/cinelerra/cinelerra.html#MAKING-A-DVD

    Sollen Filme im Netz für sofortiges Betrachten bereitgestellt werden?
    Dann sollte das Format klein und schlank sein, die Qualität ist hier zweitranging.

    Soll der Film/das Bild später weiterverarbeitet werden?
    Dann sollte eine möglichst hohe Qualität gewählt werden.

    Welches Programm soll die Filme später abspielen/weiterverarbeiten?
    Kann das Programm mit dem gewählten Dateiformat umgehen?
  1. Kurzinfos zu Dateiformaten

  2. flv Flashfilm wie er auf Youtube und co verwendung findet (ffmpeg kann in flv konvertieren, es gibt ggf. Schwierigkeiten mit dem Ton)
  3. mpg klein, schlechte Qualität
  4. mpeg4 klein, Qualität variiert je nach Vorgaben - siehe unten
  5. mpeg2 Sehr gute Qualität, relativ kleines Format z.B. für DVDs
  6. AVI (sehr groß gute Qualität, verlustfrei)
  1. Ergebnisse

  1. Freitag

    • Kurt hat eine DVD mitgebracht. Der Film ist von der Seite (http://klimabotschafter.net/) - diese wird empfohlen vom BUND). Auf der Seite von klimabotschafter.net gibt es diverse Videos und Statements zum Thema Klimapolitik.

    • Die DVD von Kurt soll so komprimiert werden, dass Sie auf einer kleinen Maschine ablaufen kann.

      Da es zunächst lediglich um die Komprimierung geht, arbeiten wir auf einer Shell mit ffmpeg.

i. Die DVD wird kopiert mit

dd if=/dev/hdb of=bund.iso

  1. Das ISO File mounten wir mit

mount -o loop bund.iso /mnt
  1. und kopieren einen einzelnen Film heraus.
  2. Dieser Film wird nun komprimiert

ffmpeg -i Film film.mp4

Dann stellen wir fest, dass der Film von 150 Mb auf 6,7 Mb komprimiert wurde. Wir testen das Ergebnis, es ist youtube reif, entspricht aber nicht dem gewuenschten Ergebnis. Also nochmal, mit höherer Auflösung:

ffmpeg -i Film -b 640k film.mp4

Das Ergebnis ist schon besser. Wir erhöhen weiter und sind erstmal mit dem nächsten Ergebnis zufrieden.

ffmpeg -i Film -b 1280k film.mpg

Der Test bei Kurt zu Hause ergibt, das ffmpeg in etch keine mp4 suffix kennt. Das Ergebnis ist film.mpg und hat noch 26 Mb und lässt sich mit dem Epia C3 Rechner in akzeptabler Qualität abspielen, sowohl mit VLC als auch mit mplayer.

  1. Samstag

    • Die oben vorgestelleten Schritte haben wir uns langwierig erarbeitet. Vor allem das Problem, Kino zum Laufen zu bringen hat Zeit gekostet …

    • Wir haben es dann doch noch geschafft, das Videomaterial von Karstens Vortrag aufzunehmen. Zum Schluss gab es noch eine "Planung" für Sonntag . als zusätzlicher Programmpunkt wurde eine Einführung in die Erstellung von Vektorgrafiken mit Inkscape durch Ralf beschlossen.
  2. Sonntag

ArbeitsTreffen0709/FreeCultureWorkshop (zuletzt geändert am 2013-11-03 12:10:44 durch anonym)

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